Tipps
zum Wildkräuter-Sammeln in der freien Natur:
Nachdem Wildkräuter lange in
Vergessenheit gerieten, nutzt man sie in heutiger Zeit wieder für die Küche -
nicht aus Not, sondern weil Sie gut schmecken und gesund sind. Die würzigen
Kräuter enthalten in der Regel mehr gesundheitsfördernde Stoffe als
Kultursorten, insbesondere Proteine, Mineralstoffe, Vitamine, Biophenole und
Carotinoide.
In der Küche verwendet man vor allem die Blätter und/ oder junge Sprosse, die
von März bis Mai gesammelt werden.
Zu diesen Frühjahrskräutern zählen unter anderem Bärlauch, Brennnessel,
Brunnenkresse, Gewöhnlicher Frauenmantel, Gänseblümchen, Giersch, Gundermann,
Hirtentäschel, Huflattich, Knoblauchsrauke, Löwenzahn, Wilde Malve,
Märzveilchen, Großer Sauerampfer, Schafgarbe, Scharbockskraut,
Schlüsselblume, Spitzwegerich, Weiße Taubnessel, Vogelmiere, Wegwarte,
Wiesenbärenklau, um hier nur einige zu nennen.
Aus Rücksicht auf die Natur und
auf die eigene Gesundheit sollte man beim Sammeln von Wildkräutern einige
Regeln beachten:
- Sammeln Sie nur Pflanzen,
die Sie kennen.
Verzichten Sie auf solche, bei denen Sie unsicher sind. Nicht nur unter
den Doldenblütlern, zu denen auch Giersch oder Wiesenbärenklau gehören,
gibt es giftige Arten, deren Verzehr gefährliche Folgen haben kann. Ein
gutes Bestimmungsbuch, der Rat erfahrener Sammler und die Teilnahme an
geführten Kräuterexkursionen erweitern die Artenkenntnis.
- Vorsicht Allergie:
Manche Pflanzen, auch ungiftige, können bei entsprechend veranlagten
Personen allergische Reaktionen hervorrufen. Unabhängig davon empfehlen
Fachleute, ein Wildkraut nicht zu häufig zu essen und nicht zu große
Mengen auf einmal. Diesen Rat sollten insbesondere Schwangere und Stillende
beachten.
- Saubere und unbelastete
Pflanzen sammeln.
Um Belastungen wie Abgase, Spritz- und Düngemittel oder Hundekot zu
vermeiden, sammelt man nicht in der Nähe stark befahrener Straßen oder an
häufig benutzten Wegen, nicht an Bahndämmen, in Industriegebieten, auf
Fabrikgelände und auch nicht auf Äckern und Wiesen, die frisch gedüngt
sind oder wo Pestizide eingesetzt wurden.
- Natur schützen:
Man sollte nur solche Pflanzen sammeln, die an ihrem Standort und in
ihrem Verbreitungsgebiet in größeren Mengen vorkommen. Pflücken Sie nur
einzelne Sprosse, Blätter oder Blüten, ohne die Pflanze zu zerstören,
Gesetzlich besonders geschützte Pflanzen wie die Echte und die Hohe
Schlüsselblume dürfen nicht gesammelt werden.
- Geeignete Ausrüstung
mitnehmen:
Schere oder Messer, Korb, Stofftasche oder größere Papiertüten,
Handschuhe aus festem Stoff, um Verletzungen durch dornige oder stachelige
Pflanzen zu vermeiden. (In Plastiktaschen schwitzen und verderben die
Kräuter.)
-
Zubereitung:
Zu Hause sortiert man verschmutzte, fleckige oder beschädigte Pflanzenteile
aus. Man wäscht die unzerkleinerten Pflanzenteile gründlich, aber behutsam
und tupft sie mit Küchenpapier oder -tuch vorsichtig trocken. Das
Zerkleinern erfolgt erst unmittelbar vor der Weiterverarbeitung.
Einige Wildpflanzen eignen sich nur für den Rohverzehr, da sie beim Kochen
ihr Aroma verlieren, wie zum Beispiel die Blätter der Knoblauchsrauke. Die
meisten Wildkräuter sind sowohl als Rohkost als auch gegart verwendbar.
Wildpflanzen schmecken meist intensiver als Kulturpflanzen. Daher genügen
oft wenige Blätter oder Sprosse zum Kosten, und gerade als
"Anfänger" sollte man mit sehr kleinen Mengen beginnen und diese
anderem Kulturgemüse beimischen.
Für den Anfang beschränkt man sich am besten auf anerkannt wohlschmeckende
(und relativ leicht identifizierbare) Arten wie Bärlauch, Brennnessel,
Giersch, Gundermann, Löwenzahn, Spitzwegerich usw.)
Wildkräuter
aus dem Garten
Besonders bequem ist das Sammeln
im Garten.
Manche der schmackhaften Gewächse - (wie Brennnessel, Gänseblümchen, Giersch,
Huflattich, Weißer Gänsefuß, Löwenzahn, Märzveilchen, Schafgarbe,
Spitzwegerich, Vogelmiere, Taubnessel) - siedeln sich gerne im Garten an.
Viele Pflanzen kann man auch in
den Garten, manche sogar auf Terrasse oder Balkon, holen. Seltene Arten sollten
nicht in der Natur ausgegraben, sondern in Spezialgärtnereien erworben werden,
die heimische Wildarten als Samen oder Pflanzen anbieten. (z.B.
Strickler
in Alzey oder
Syringa
in Hilzingen-Binningen)
Falls es sich nicht um besonders
geschützte Arten handelt, darf man Samen aus der Natur entnehmen und kann damit
sein Glück versuchen. Gerade für besonders geschützte Pflanzen wie die Echte
Schlüsselblume oder für Arten, die gebietsweise selten sind wie Bärlauch,
bietet sich eine Kultur im Garten an.
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